FAQ

Was ist eine Residency?
Unter einer “Artist Residency” versteht man traditionell einen physischen Aufenthalt in einer fremden Atelierwohnung, um sich losgelöst vom Alltag neuen künstlerischen Ideen zu widmen; es ist gleichzeitig eine Auszeit, ein Anlass für kreativen Output, aber auch je nach Ort für (ggf. interdisziplinäre) Vernetzung; von Institutionen ausgeschriebene Residencies zahlen idR. Stipendien aus, andere wiederum sind von Künstler:innen organisiert und finanzieren sich durch Selbstzahler:innen; manche geben ein Programm oder Mentoring vor, bei anderen muss man sich die Struktur selbst erarbeiten; Residencies sind besonders für Haupt-Careverantwortliche normalerweise nicht zugänglich, da diese zeitlich und örtlich gebunden sind; deshalb wollen wir das Konzept der Residency in ein digitales Format transformieren, welches auf die reale Lebenssituation genau dieser Zielgruppe zugeschnitten ist.

Wer kann sich bewerben?
Die Residency richtet sich vorrangig an Künstler:innen* (alle Gender, Kulturen und Identitäten) mit Kind (Baby bis Teen), die Haupt-Care-Verantwortliche sind und im weitesten Sinne im Bereich Visuelle Kunst arbeiten, aber wir sind offen für interdisziplinäre Zusammenarbeit und freuen uns auch über Bewerbungen aus der Literatur, Musik, Darstellende Kunst etc.; die Residency ist zugänglich auch für Student:innen (& Autodidakt:innen); durch die Online Struktur ist es auch für mobilitätseingeschränkte Personen möglich, teilzunehmen; es gibt keine Altersbeschränkung; auch Bewerbungen aus Deutschland anliegenden Ländern ist möglich.

Was sind die Auswahlkriterien?
4 von 8 Plätzen sind für Bremer Künstler:innen reserviert; die Jury besteht aus: Anna Bart (Initiatorin, Künstlerin, Bremen), Carolin Klapp (Initiatorin, Künstlerin & Designerin, Bremen), Didem Yazici (Kuratorin, Karlsruhe), Noura Dirani (Direktorin Kunsthalle St. Annen, Lübeck); wir bemühen uns eine möglichst diverse und spannende Gruppe zusammenzustellen und schauen daher besonders auf: Kohärenz und mögliche Dynamiken innerhalb der Gruppe, Potenzial für sich gegenseitig bereichernde Kollaborationen, trotz klarer Linie in der künstlerischen Praxis auch nach Bereitschaft für Experimente und der Motivation sich in der Gruppe aktiv einzubringen.

Wie ist die Residency aufgebaut?
Wir geben eine Struktur vor, die so offen formuliert ist, dass du frei an deinen eigenen Themen arbeiten kannst. Es gibt 4 Module mit den Themenblöcken Ankommen / Status Quo, Individuelle künstlerische Arbeit, Kollektives Bewusstsein und Sichtbarkeit, die nach und nach freigeschaltet werden und sowohl einen Video/Audio Input als auch Arbeitsmaterialien enthalten. Jedes Modul wird für die nötige Accountability mit einem Gruppen Zoom Call eingeleitet und mit einem VIP Call bzw. Workshop abgeschlossen (VIP Gästinnen: Marcia Breuer, Künstlerin & Mehr Mütter für die Kunst Initiatorin, Hamburg / Laurina Preckel, Künstlerin & Kunstpädagogin, Berlin/Bremen / Sascia Bailer, Kunstwissenschaftlerin Kuratorin und Autorin, Freiburg / Susanna Janke, Musikerin & Stimmbilderin, Bremen). Zwischendrin gibt es die Möglichkeit für Austausch in einer Online Community mit Online Co-working Video Channel & Work in Progress Text/Bild Channel. Es werden Tandem Partnerschaften gebildet, die vertieften, persönlichen Gesprächen und dem Empowerment untereinander dienen.

An welchen Wochentagen/ Uhrzeiten finden die Zoom Calls statt?
Die Zoom Calls werden in der Regel vormittags an Werktagen (meistens Montag, manchmal Dienstag oder Freitag) stattfinden, wobei die VIP Calls teilweise noch koordiniert werden müssen. Alle Meetings werden zwar als Aufzeichnung zur Verfügung stehen, aber diese kann zB. keine Live Teilnahme an einer Feedback Session ersetzen.

Was wird in der Residency erwartet?
Eine regelmäßige, aktive Teilnahme an den Gruppen Zoom Calls & Workshops und in der Online Community, wobei die Bearbeitungszeit der Module im Grunde flexibel bleibt und bei Krankheit oä. die Aufzeichnungen zum Nacharbeiten zur Verfügung stehen; grundsätzlich gehen wir davon aus, dass deine Deutschkenntnisse ausreichen, um einer Diskussion auf Zoom zu folgen, es wäre aber ok, wenn dein Redebeitrag auf Englisch ist, solange wir für dich nicht Dolmetschen müssen; auch gehen wir davon aus, dass du ausreichend Medienkompetenz und eine ausreichend stabile Internetverbindung hast, um an Zoom Meetings teilzunehmen (Zoom ist für dich kostenlos) und Motivation mitbringst, dich für die Residency Zeit in einer Online Community digital zu vernetzen; außerdem solltest du offen sein, um mit einer anderen Person als Tandem-Partner:in in engeren Peer-to-Peer Austausch zu gehen.

Kann mein:e Partner:in nach Bremen mitkommen?
Ja, wenn er/sie sich um eure Kinder kümmern wird.:) Wir werden für die anreisenden Teilnehmer:innen und ihre Familien eine Unterkunft während des Aufbaus (9.-12.11.26) und für das Ausstellungswochenende (13.-15.11.26) organisieren, während dessen auch der letzte VIP Workshop mit Susanna Janke (Musikerin & Stimmbilderin, Bremen) offline stattfinden wird. Wichtig: Die Unterbringung erfolgt privat. Sollte der Wunsch nach einer Hotelübernachtung oder einer eigenen Ferienwohnung bestehen, muss diese selbst bezahlt werden.

Gibt es ein Stipendium für die Teilnehmer:innen?
Leider können wir im ersten Durchlauf der Residency noch kein “richtiges” Stipendium auszahlen, da wir unser gesamtes Budget in den Aufbau (Equipment, Software, Produktion der Inhalte etc.) und die Organisation inkl. Rahmenprogramm mit VIP-Gästinnen stecken. Es gibt jedoch einen Materialkostenzuschuss von 150€ (Netto) p.P. und eine Reisekostenerstattung von bis zu max. 200€ (Netto) nur für diejenigen Teilnehmer:innen und ihre Kinder, die für die Ausstellung von außerhalb Bremens anreisen. Wir organisieren außerdem eine kostenlose Unterkunft für alle Anreisenden und ggf. ihre gesamte Familie.